Stichworte zur Pränataldiagnostik

Pränataldiagnostik – was ist das genau ?

Pränataldiagnostik - auch pränatale Diagnostik oder vorgeburtliche Untersuchungen genannt - sind medizinische Untersuchungen, bei denen es darum geht, den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes im Mutterleib zu überprüfen.

Es gibt verschiedene Techniken, die nicht eingreifend (nicht invasiv) sind. Mit Ultraschall kann der Fötus auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Auf diesen Bildern können einerseits wichtige Werte - wie Alter und Lage des Fötus - gesehen werden, um zum Beispiel die Geburt optimal vorzubereiten. Andererseits können auch Abweichungen  gefunden werden (Hinweise auf Behinderungen und Organschäden wie z.B. Herzfehler), die die Frau/das Paar vor schwierige Entscheidungen stellen kann.

Eine andere Technik ist die Blutentnahme, bei welcher der schwangeren Frau Blut entnommen wird, das dann analysiert wird (z.B. 1.Trimester-Test). Das Resultat dieser Analysen kann Hinweise auf allfällige Behinderungen des werdenden Kindes geben.

Seit Mitte August 2012 ist ein neuer Bluttest erhältlich, die so genannte Fetale DNA-Analyse aus dem mütterlichen Blut. Der Bluttest ist auch unter den Namen Praena-, Prendia-, Panorama- oder Harmony Test bekannt (NIPT-Angebot).

Um eine genauere Diagnose zu stellen oder um die Resultate aus der fetalen DNA-Analyse zu bestätigen, braucht es eingreifende (invasive) Tests wie die Chorionzottenbiopsie oder die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).
Bei diesen Verfahren besteht ein Risiko, dass eine Fehlgeburt ausgelöst wird.

Für genauere Informationen zu den einzelnen Untersuchungen beachten Sie bitte unsere Broschüre !schwanger? oder nutzen Sie kostenlos unser Beratungstelefon 044/252 45 95 oder schreiben Sie uns eine Opens window for sending emailMail.

Routineuntersuchung ?

Pränataldiagnostik ist ein fester Bestandteil des medizinischen Angebots für Schwangere geworden. Dadurch ist jede Frau mit der Frage konfrontiert, ob und welche Untersuchungen sie durchführen lassen will. Eine solche Entscheidung kann sie nur treffen, wenn sie ausreichend informiert ist und weiss, dass es auch die Möglichkeit gibt, auf Untersuchungen zu verzichten.

Der Arzt oder die Ärztin steht vor der schwierigen Aufgabe, die Frau ausreichend zu beraten, ohne sie unnötig zu verunsichern. Siehe Bericht Pränataler Test  - und dann?

Recht

Eine Ärztin oder ein Arzt darf Untersuchungen nur dann durchführen, wenn die vollständig informierte Frau ihr Einverständnis dazu gegeben hat. Die Frau hat das Recht, ihre Meinung zu ändern und auf die Bekanntgabe der Testresultate zu verzichten. Sie kann auch nur Teilresultate von Untersuchungen wissen wollen. Der letzte Punkt ist vor allem beim Ultraschall von Bedeutung, wo die Frau/das Paar auf Hinweise auf allfällige Behinderungen verzichten kann.

Angst

Im Zusammenhang mit pränataler Diagnostik ist häufig von "Risiko" die Rede, ein Begriff, der Angst auslöst. Welche Frau möchte in der Schwangerschaft nicht Risiken vermeiden?

Der Begriff kann irreführend sein. Vorgeburtliche Untersuchungen können zwar prüfen, ob eine Behinderung vorliegt. Zu beachten ist, dass es in den wenigsten Fällen eine Therapiemöglichkeit gibt. Die einzige Wahlmöglichkeit, die der Frau dann offensteht, ist, sich für oder gegen ein behindertes Kind zu entscheiden. In diesem Sinn können Tests keine Risiken ausschliessen.

Übrigens: 97-98% aller Kinder kommen gesund zur Welt.

Aussagekraft von Resultaten

Resultate von pränatalen Untersuchungen beruhen auf Annahmen. Genaue Auskunft über die Entwicklungsmöglichkeiten des zukünftigen Menschen können sie nicht geben. Sie können eine (geringe) Anzahl von Abweichungen entdecken, eine Garantie für ein gesundes Kind, sind sie allerdings nicht.

Behinderung

Behinderungen sind normal! Genetisch bedingte Behinderungen wie z.B. das Down-Syndrom sind zwar selten, gehören aber genauso zum Menschsein, zu den genetischen Möglichkeiten, was ein Mensch sein kann. Sogenannt Behinderte haben das gleiche Potenzial zu einem glücklichen Leben wie sogenannt Nicht-Behinderte.

Schwangerschaftsabbruch

Bei einigen der vorgeburtlichen Untersuchungen können Behinderungen (erst) festgestellt werden, wenn die Schwangerschaft schon so weit fortgeschritten ist, dass sie nur noch mit einer künstlich eingeleiteten Geburt  abgebrochen werden kann. Der Spätabbruch, welcher im Spital erfolgt, kann unter Umständen 1-2 Tage dauern. Hilfe bei einem bevorstehenden Schwangerschaftsabbruch und/oder zur Verarbeitung desjenigen finden Sie bei der Fachstelle Kindsverlust.ch  (Fachstelle Kindsverlust während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit) oder bei unserer Beratungsstelle (E-Mail oder Tel. 044/252 45 95).




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